Die Schützenbücher
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Die Schützenbücher aus 1745 und 1749 als Grundlage für die Bruderschaft
Deshalb nimmt die Schützenbruderschaft Ippinghausen – das ist etwas Außergewöhnliches – bis in die Gegenwart hinein ihre Eintragungen in zwei alte Vereinsbücher vor, die aus den Gründungsjahren 1745 und 1749 stammen.
Außer dass sie im Jahre 1986 neu gebunden wurden, ist nichts an ihnen verändert.
Das heute noch verwendete Papier stammt aus einer Wolfhager Papiermühle aus diesen Jahren.
Das Schützenbuch von 1745 erster Teil
Auf den ersten Seiten des Vereinsbuches von 1745 ist die Ippinghäuser Schützenordnung „datiert mit Anno Juni 1745“ eingetragen.
Sie ist die älteste im Wolfhager Raum und in kalligraphisch handgeschriebener deutscher Schrift verfasst.
Die „Ordnung und Articuln für die älteste oder erste Brüderschaft zu Ippinghausen 1745“ kann an dieser Stelle auf Grund des Verbotes der Veröffentlichung nicht Preis gegeben werden.
Nur soviel, diese Ordnung wird alle Jahre zwei mal verlesen und zwar zu Fastnacht und zu Pfingsten beim Bruderschaftsfest.
Nur diejenigen die in die Grundliste der Lade (Mitgliedsverzeichnis) eingeschrieben sind dürfen beim Verlesen anwesend sein sowie diejenigen die sich neu einschreiben lassen wollen!
Beim Verlesen ist das Sprechen, das Rauchen und das ordnungswidrige Verhalten verboten.
Es folgt die Bier- und Brauordnung der ersten Brüderschaft.
Und ein Hinweis auf den „Parad“ der schon damals ein Kommando von 18 Mann mit Gewehr festlegt.
Das Schützenbuch von 1745 zweiter Teil
Der zweite Teil des Schützenbuches ist mit „Grundliste der Ippinghäuser Schützencompanie“ überschrieben und stellt die Mitgliederliste ab 1745 dar.
Im Gründungsjahr treten 59 Männer in die erste Bruderschaft ein.
Als erster Schützenbruder lässt sich der erste Fähnrich der Bruderschaft eintragen.
Er lässt sich sein Amt etwas kosten, denn er übernimmt einen großen Teil der Kosten mit 2 Reichstalern und 24 Albus für die erste Fahne der Bruderschaft.
Den Rest von 3 Rtl. und 28 Albus übernimmt die Bruderschaftskasse.
Das Schützenbuch von 1745 dritter Teil
Im dritten Abschnitt des Buches befasst man sich mit der „Liste über ausgeliehene Capitalia“.
Dies ist ein Verzeichnis über aufgenommene Darlehen einzelner Brüder bei der Bruderschaftskasse oder noch zu entrichtende Einschreibegebühren oder Strafgelder bzw. ein Verzeichnis ob die seinerzeit zum Bierbrauen verwendete Metze Gerste geliefert wurde.
Das Vereinsbuch von 1745, heute als Berichtsbuch weitergeführt
Das erste Buch der Bruderschaft aus 1745 wird heute als Berichtsbuch des einzelnen Schützenjahres geführt.
Seit 1920 sind die Jahresprotokolle vorhanden.
Von 1820 bis 1920 diente das Buch unter anderem als Verzeichnis der Schützenbrüder die an den jeweiligen Festen teilnahmen.
Das Vereinsbuch von 1749
Das Schützenbuch aus 1749 beginnt, wie das erste auch, mit der Schützenordnung datiert vom 29. Mai 1749, die wortgetreu mit der Ordnung der ersten Bruderschaft übereinstimmt.
Es folgt die Brauordnung der zweiten Bruderschaft.
Im Anschluss daran folgt der Parad (das Reglement über die Abholung der Fahne vom 30. Juni 1749) auf 10 Vorder- und Rückseiten geschrieben.
Des Weiteren folgt die Mitgliederliste aus 1749.
Es traten im Gründungsjahr 40 Männer der zweiten Bruderschaft bei.
Das zweite Buch der Bruderschaft aus 1749 wird heute als Grundliste der Mitglieder seit 1749 geführt sowie als Stellenverzeichnis der ersteigerten Ämter und der Schützenmeister der einzelnen Jahre.
