Insignien und Ämter

Inhaltsverzeichnis über Insignien und Ämter

Die Schützenlade

Wie der Name schon sagt, ist die Ippinghäuser Schützenlade eine ansehnliche Holztruhe in der die Schützenbücher und sonstige wertvolle Gegenstände der Bruderschaft verwahrt werden.

Zum alljährlich stattfinden Schützenfest wird die Lade beim „alten“ ersten Schützenmeister abgeholt und am folgenden Tag zum „neuen“ ersten Schützenmeister gebracht (Im Rahmen von zwei Umzügen).

Die Lade wird dabei von den zwei “jüngsten“ in der Bruderschaft neu eingetretenen Schützenbrüdern getragen.

Die Fahnen der Bruderschaft

Bereits 1745 und 1749 wurde je eine Fahne angeschafft.
Dies geht aus den Statuten und den Abrechnungen hervor. Diese ersten Fahnen sind allerdings nicht mehr erhalten.
Zwei alte Schützenfahnen aus 1898 und 1913 sind im Schützenraum zu bewundern.
In 1995 zum 250 Vereinsbestehen wurden zwei neue Fahnen für jeweils 8.000 DM angeschafft.

Die Fahnen sind den historischen Fahnen nachempfunden und tragen auf der Rückseite das Wahrzeichen Ippinghausens, die Weidelsburg.

vorderseite erste fahne schützenbruderschaft 1745 ippinghausen klein
Vorderseite der Ersten Fahne, Schützenbruderschaft 1745 Ippinghausen
rückseite erste fahne schützenbruderschaft 1745 ippinghausen klein
Rückseite der Ersten Fahne, Schützenbruderschaft 1745 Ippinghausen
vorderseite zweite fahne schützenbruderschaft 1745 ippinghausen klein
Vorderseite der Zweiten Fahne, Schützenbruderschaft 1745 Ippinghausen
rückseite zweite fahne schützenbruderschaft 1745 ippinghausen klein
Rückseite der Zweiten Fahne, Schützenbruderschaft 1745 Ippinghausen

Ämter und Stellen der Bruderschaft 1745 ippinghausen

Erster und zweiter Fähnrich
Zwei älteste Bruderschaftsvorsteher, heute Schützenmeister
Capitain, heute Hauptmann
Unteroficier, heute Adjutant
Corporal, heute Feldwebel
Bruderschaftsknecht
Zwei Siebener
Der Scribent, später Batailionsschreiber, heute erster und zweiter Vorstand

Die höchsten Ämter: erster und zweiter Fähnrich

Bereits in der Schützenordnung von 1745 kann man erkennen, welch hohes ehrenvolles Amt der Fähnrich der Bruderschaft übernimmt.
Die Fahne, als Symbol der gesamten Bruderschaft sowie deren ehrenvollen Grundlagen und Handelns eines jeden einzelnen soll damit verkörpert werden.
Der Träger der selben, der Fähnrich, muss sich dieser hohen Verantwortung und Ehre bewusst sein.

So heißt es zum Beispiel in den Ausführungen der Bruderschaft: „Zur Abholung der Fahne wird jedes Mal das Commando bestellt, wenn der Fähnrich mit der Fahne aus dem Hause tritt lässt er alles still sein, das Commando präsentiert die Gewehre alle anderen Schützenbrüder ziehen zur Ehre an die Fahne und den Herren Fähneriche die Hüte ab!“

Oder „Die Fahne soll nicht wie eine Geisel geschwenket werden.“ Oder „Die Gerichtsstube wo selbst die Fahne und die Lade stehet“ usw.

Eine weitere Besonderheit der Bruderschaft Ippinghausen ist, dass die beiden Fahnen alljährlich beim Schützenfest auf das höchste Gebot versteigert werden.
Seit ca. 1765 wird die erste Fahne der ersten Bruderschaft versteigert.

Bei Anschaffung einer zweiten Fahne im Jahre 1820 konnte man sich wohl von der ersten Fahne nicht recht trennen, so dass ab diesem Zeitpunkt zwei Fahnen jährlich versteigert werden.
Es ist aber auch möglich, dass beim Zusammengehen der beiden Bruderschaften, von der ja jede eine Fahne besaß, diese zwei Fahnen zur Versteigerung zur Verfügung standen.

Fast ausnahmslos sind die Namen der Fähnriche seit dieser Zeit in den Büchern vermerkt sowie die entsprechenden Höchstgebote. Diese Versteigerung findet jährlich am letzten Tag des Schützenfestes statt. Im Jahre 1995 wurden zum 250 jährigen Jubiläum zwei neue Fahnen angeschafft.

Die Fähnriche waren darüber hinaus Mitglied im Bruderschaftsgericht und haben ihre Aufgaben im historischen Vorstand wahrzunehmen.
Bei Beerdigungen müssen sie zugegen sein.

Die beiden ältesten Bruderschaftsvorsteher – der heutige erste und zweite Schützenmeister

In den Statuten der Bruderschaft sind die beiden Schützenmeister oder wie früher genannt die ältesten Brüderschaftsvorsteher für das Schützenjahr von Johanni bis Johanni verantwortlich.

Sie haben also die wichtige Aufgabe alle Feste der Bruderschaft zu organisieren und geldlich zu verantworten. Darüber hinaus berufen sie alle Versammlungen der Bruderschaft ein und sind für die Betreuung der Schützenbrüder zuständig.

Der erste Schützenmeister wird alle zwei Jahre auf der Versteigerungsversammlung zum Schützenfest mit einfacher Stimmenmehrheit von der Schützenversammlung nach Vorschlag gewählt.
Der erste Schützenmeister ernennt sodann seinen zweiten Schützenmeister.
Die Schützenmeister sind Mitglied des Bruderschaftsgerichtes.

Eine wichtige Aufgabe in früheren Zeiten war das Bierbrauen, welches gemäß zweiter Brauordnung von 1749 jedes Mal und Jahr vom ältesten Bruderschaftsvorsteher vorgenommen wurde.

Der Capitain – der heutige Hauptmann

Zur besseren Überwachung der Statuten und zur Einhaltung der Disziplin innerhalb der Schützenkompanie wurde dieses Amt eingeführt.
So heißt es 1767 im Buch der zweiten Bruderschaft ist Joh. Jacob Güde zum Capitän der Brüderschaft Compagni, bestätiget worden, gibt der Compagni 2 Reichtaler und 16 Albus.
Und 1770 heißt es Johann Valenthin Wäldener hat die Stelle als Capitain angetreten. Und um 1820 ist ein gewisser L. Himmelmann Capitain der Bruderschaft.

In der heutigen Zeit wird diese Position der Bruderschaft versteigert und hat mittlerweile einen großen Stellenwert in der Bruderschaft erlangt.
Die Versteigerungssummen sind mittlerweile höher als die der Fahnen.
Vor noch 100 Jahren war dies bei weitem nicht der Fall (Versteigert wird seit ca. 1878?).
Der Hauptmann gehörte nachträglich zum Gericht und natürlich zum Vorstand.

Ebenfalls hat er repräsentative Aufgaben zu übernehmen.
So eröffnet er z. B. alle Sitzungen, spricht auf Beerdigungen und führt mit dem Adjutanten den Umzug (Parad) an. Auch ernennt er seinen Feldwebel und Adjutanten.

Der Unteroficier, Sergeant, der heutige Adjutant

Eine wesentliche Besonderheit ist, dass dieses Amt bereits im Parad von 1749 genannt wird und zwar im unmittelbaren Zusammenhang mit den 18 Mann mit Gewehr, denn auch der Unteroficier ist mit einem solchen ausgestattet und führte früher das Comando an.

Es sind nur vereinzelt Aufzeichnungen über Stelleninhaber und Vorkommnisse erhalten.
So ist zum Beispiel 1767 ein gewisser Johannes Buchmann zum Sergeant der Brüderschafft bestellt. Soviel steht aber fest, dass der Adjutant immer eng mit dem Posten des Hauptmannes verknüpft war und ist.
Denn er ist der Stellvertreter des Hauptmannes und wird auch nach alter Tradition von diesem ernannt.

Er ist ebenfalls Mitglied im Gericht und im Vorstand und führt neben dem Hauptmann den Umzug beim Schützenfest gemäß Parad an.
So heißt es zum Beispiel: Beim dritten Trommelzeichen schickt der Unteroficier die Musikanten vor des Fähnrichs Quartier.

Der Unteroficier stellt seine 18 Mann in 3 Rotten, der Tambour hängt seine Trommel über die Schulter und das Comando marschieret still ab und vor des Fähnrichs Quartier auf.

Der Corporal, der heutige Feldwebel

Ebenfalls wie der Adjutant ist der Feldwebel ein altes Amt innerhalb der Bruderschaft und hat im wesentlichen die Befehlsgewalt während den Umzügen sowie bei alle förmlichen Auftritten der Bruderschaft. (Z.B. 1767 ist David Kesler zum Corporal ernennet worden)

Dies war nicht immer so, denn im Parad von 1749 heißt es: Der Unteroficier (Adjutant) führt das Comando und gibt die Befehle die er allerdings teilweise vom Fähnrich erhält denn: der Fähnrich tritt mit der Fahne vor das Comando , die Bruderschaft zieht Ihre Hüte ab, der Fähnrich salutiert vor der ganzen Bruderschaft.

Danach gibt der Fähnrich dem Unteroficier Order, das Comando zum Abmarsch sich aufstellen zu lassen, die Brüder ziehen Ihre Hüte wieder auf.
Der Corporal schließt hinterm Comando und hat für Ordnung zu sorgen.

Die Umgestaltung der Aufgaben sowie der Bezeichnungen (Adjutant/Feldwebel) ist wahrscheinlich in den Jahren um 1870/1871 gekommen nachdem die Deutschen Einigungskriege erfolgreich beendet waren.

Auch der Feldwebel gehörte dem Gericht an und dem Vorstand. Der Feldwebel übernahm auch den ursprünglich für den Hauptmann angeschafften Schützendegen (Pallasch/erstmals 1878 genannt).
Auch der Feldwebel wird vom Hauptmann ernannt und zwar unmittelbar nach dessen Ersteigerung.

Ausgestattet ist der Feldwebel mit dem Schützendegen dem so genannten Palasch, der ursprünglich vom Hauptmann getragen wurde.

Der Brüderschaftsknecht (Schützenknecht)

Diese Position ist bereits in den Statuten von 1745 erwähnt und hat im wesentlichen für die Einhaltung aller Ordnungen und Regelarien unter Hilfenahme der Pritsche oder Klapper zu sorgen bzw. hat auf Anweisung Strafen zu erlegen und zu kassieren.

Aber auch beim Schützengericht wird er zur Aufwartung tätig gehört aber nicht zum Gericht.
In heutiger Zeit ist der Schützenknecht im wesentlichen für die Einhaltung der Formalordnung zur Aufwartung bei Sitzungen (Strafgelder) tätig und gehört zum Vorstand.

Schützenknecht wird der Hauptmann des vergangenen Schützenjahres. Früher wurde der Knecht bestimmt (teilweise mehrere Jahre). Er ist mit der Klapper oder Pritsche ausgestattet und benutzt diese zur Einhaltung der Ordnung in dem er die Klapper auf das Hinterteil des zu Bestrafenden haut.

Die Siebener

Seit dem 12. oder 13. Jahrhundert gibt es Siebener. Das Amt des Siebeners (Feldgeschworener) ist eines der ältesten noch erhaltenen Ämter der kommunalen Selbstverwaltung. Sie waren die Hüter der Grenzen der Gemarkung und zuständig für Streitigkeiten (Wickipedia).

Dieses ursprüngliche, ehrenvolle Amt wurde verballhornt und als „dienender Teil“ in den Vorstand aufgenommen.
Vielleicht auch waren diese Siebten für das sieben der Gerste beim Bierbrauen zuständig oder ergänzten den Vorstand um den 7 Mann.

Bereits in 1745 erstmals erwähnt heißt es: die Siebener müssen übrigens ihren Dienst wahren und ihre Schuldigkeit in acht nehmen.
In der heutigen Zeit werden die alten Schützenmeister automatisch im Folgejahr Siebener und gehören dem Vorstand an, nicht aber dem Gericht, nur zu Bedienungszwecken.
Die Siebener sind mit weißen Schürzen bekleidet und sorgen für die Bewirtung der gesamten Bruderschaft sowie der Gäste und zwar bei allen offiziellen Anlässen.

Abstieg statt Aufstieg, vom Hauptmann zum Knecht

Üblicherweise startet man als „Lehrling“ um dann in der Hirarchie weiter aufzusteigen.
Die Schützenbruderschaft in Ippinghausen verfolgt einen anderen Weg. Hat man die Stelle des Hauptmanner ersteigert, erfolgt im nächsten Jahr der Dienst als Schützenknecht.
Die gewählten Schützenmeiser haben ein Jahr lang das Sagen und dienen im nächten Jahr als Siebener.

Der Scribent (Bataillonsschreiber), heute erster Vorstand

Ursprünglich (1745) als Schreiber der Schützenkompanie gedacht (weil seinerzeit nicht jeder lesen und schreiben konnte) hat sich dieses Amt relativ schnell zu einem hohen Amt innerhalb der Bruderschaft entwickelt.

Aus den Aufzeichnungen geht hervor, dass es viele Schützenbrüder gab, die ihr Amt als Schreiber später Bataillonsschreiber sehr gut ausführten und auch regelmäßig und oft Aufzeichnungen machten, so ist uns viel erhalten geblieben von dem, was früher beschlossen wurde bzw. wie die Abläufe und Ordnungen waren und teilweise zustande kamen.

Wir zehren heute noch davon und vieles über welches wir heute streiten und nach Lösungen suchen steht schon lange geschrieben.
Wir sollten es nur einmal nachlesen bzw. wieder mit ihrem ursprünglichen Gedanken ins Leben rufen.
Der Bataillonsschreiber gehörte dem Gericht und dem Vorstand an und übernahm alle Aufzeichnungen die Später kam Versammlungsführung und das letzte Wort hinzu.

In den 2010 Jahren wurde von Finanzbehörden auch für historische Vereine neue Regeln aufgestellt. Es wurde ein gemeinnütziger Verein gegründet. Dazu gehörten zwei Vorstände, Schriftführer und Kassierer. Das Geschäftsjahr war das Wirtschaftsjahr und nicht mehr von Johanni zu Johanni.

Heute gehört er darüber hinaus zum geschäftsführenden Vorstand (Erster Vorsitzender) der für drei Jahre gewählt wird. Wie auch die Kassenführer (früher vom Schützenmeister übernommen) und dessen Stellvertreter, der zweite Bataillonsschreiber (zweiter Vorsitzender), der Schießwart (neues Amt) und der Schriftführer (neues Amt).

Der Schützenkönig

In den 1960er Jahren wurde das Amt des Schützenkönigs eingeführt.
Der Fremdenverkehr wurde in der Zeit verstärkt ausgebaut, es kamen Kurgäste aus dem Ruhrgebiet zur Erholung in den Luftkurort Ippinghausen.
Somit auch der eine oder andere Schützenbruder, der in den Schützengesellschaften der Westfahlen verwurzelt war.
Er war erstaunt dass „die auf dem Dorfe“ so ganz ohne Schützenkönig klarkamen, so wurde kurzerhand der Schützenkönig – zur Zufriedenheit der Kurgäste – eingeführt und zu Pfingsten 1962 ausgeschossen.
Im Gegensatz zu den Schützengesellschaften hat der König bei uns nur eine dekorative Funktion.

schützenkette
Königskette aus der Coronazeit 2019
neue königskette zum 275 jubiläum
Rückseite der Medaille
schützenkönige der letzten jahre
Schützenkönige der letzen Jahre
historische münzen der königskette albus schreckenberger silbergroschen
Historische Münzen - Albus - Schreckenberger - Silbergroschen
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